Renaissance einer “vergessenen” Moral”

Talk Gate, die Diskussionsplattform vom
Tech Gate Vienna setzte am 14.5.2009 ihre Veranstaltungsreihe mit einem hochkarätig
besetzten Podium fort. Das Thema lautete "Innovation als Krisenantwort - braucht es
auch eine neue Moral? . 

   Vor mehr als 100 Gästen diskutierten Dr. Stephan Schulmeister
(WIFO), Univ. Prof. DI Dr. Peter Skalicky (TU Wien), Mag. Andreas
Schieder  (Staatssekretär für Finanzen) und der Philosoph Konrad
Paul Liessmann, der die Moderation übernahm.  "Die Frage nach einer
"neuen" Moral erweist sich bei genauerem Hinsehen dann sehr oft als
Renaissance einer "vergessenen" Moral"  so Liessman. Kontrovers
gestaltete sich die  Diskussion ob es einfach neuer Regeln seitens
der Politik bedarf, die auch von einer moralischen Basis ausgehend,
der Wirtschaft  als Rahmenbedingungen vorgegeben werden. " Das Spiel
an sich zu ändern ist nicht innovativ, die Regeln zu ändern aber sehr
wohl" meinte dazu etwa Skalicky. Das Streben der Gesellschaft nach
immer Mehr wurde als ein Faktor, der zur Krise führte ausgemacht. "Es
sei auch achtzugeben, dass die Wirtschaftskrise nicht eine soziale
Krise nach sich zieht" sagte Schieder. Die technischen Möglichkeiten
seien der sozialen Integration davongelaufen und ein
Vernetzungscharakter, der dies verbindet wäre innovativ. Auch soziale
Innovationen, die auf konkretem problemorientiertem Denken fußen
wären einen Möglichkeit für die Zukunft. Nach 90 Minuten angeregter
Diskussion war man sich einig, dass das Thema noch lange nicht zu
Ende diskutiert sei; im Anschluss  wurde auch die Gelegenheit genutzt
mit den Diskutanten in bilateralen Gesprächen den einen oder anderen
Gedanken  fortzuführen.

   Bereits seit 2003 diskutieren hochrangige und namhafte Vertreter
aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik bei diversen Talk Gate
Veranstaltungen. Im Spannungsfeld modernen Zeitgeistes -
zukunftsorientierter Geisteshaltung und der Tatsache, dass
Technologie und Innovation wesentliche Bestandteile unserer Kultur
sind -  ist es wichtig, kontroverse Themen mit Spezialisten zu
diskutieren, ohne die allgemeinen Probleme, die sich aus der
Veränderung der Welt ergeben, aus den Augen zu verlieren.

Nicht nur in Deutschland: Die Krise bedroht Innovationen im Mittelstand

mittelstand in der krise

mittelstand in der krise

Die Konjunkturkrise könnte einer Studie des deutschen KFW Institus zufolge die Innovationstätigkeit von Mittelständlern schwächen und damit die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Wirtschaft schwächen

Finanzierungsschwierigkeiten seien mit Abstand das häufigste Hindernis, weshalb kleine und mittlere Firmen geplante Produkt- oder Prozessneuerungen nicht umsetzen könnten, teilte die staatliche KfW-Bankengruppe am Mittwoch mit. “Es droht die Gefahr einer Abwärtsspirale aus schlechter Geschäftslage, mangelnder Finanzierung und unterlassener Innovation”, sagte KfW-Chefvolkswirt Norbert Irsch.

Der Zugang zu Finanzierungen hänge stark mit der wirtschaftlichen Situation eines Unternehmens zusammen: Kleine und mittlere Unternehmen mit eher schlecht laufenden Geschäften hätten doppelt so häufig Probleme, ihre Innovationen zu finanzieren als andere Firmen. Gerade in der Krise sei es aber wichtig, auf die Entwicklung von Innovationen zu setzen, betonte Irsch. Denn vor allem Unternehmen mit neuen Produkten und hoher Wettbewerbsfähigkeit würden vom Anziehen der Konjunktur profitieren.

Laut KfW-Analyse sehen sich fast drei Viertel der Mittelständler in ihrer Innovationstätigkeit behindert. Rund 62 Prozent begründen dies mit Finanzierungsschwierigkeiten, 47 Prozent mit bürokratische Hemmnissen und 31 Prozent mit dem Mangel an Fachkräften.

Finanzierungsprobleme hätten besonders Firmen, die für den Strukturwandel und damit die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Wirtschaft am wichtigsten seien: mittelständische Unternehmen mit hohen Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen. “Ebenso ist die Finanzierung von Marktneuheiten problematischer als die von Produkt- oder Prozessimitationen.” Generell gelte: Je kleiner und je jünger der Mittelständler, umso größer seien die Probleme, Innovationen aus Eigen- oder Fremdkapital zu stemmen.

Auch große Industriefirmen klagen nach einer Umfrage des Münchner Ifo-Instituts über eine restriktive Kreditvergabe. Die deutschen Banken verschärften die Bedingungen für Darlehen zum Jahresanfang in allen Geschäftsbereichen, wie aus einer Umfrage der deutschen Bundesbank hervorgeht. Auch für das laufende zweite Quartal gehen die Institute davon aus, dass sie ihre Kredite an Firmen und Privatkunden restriktiver vergeben.

Spirit of Innovation im April

InnovationSpirit im April

InnovationSpirit im April

Der April macht was er will. Die Krise hat uns fest im Griff. Hier wäre etwas Aprilwetter willkommen. Durchbrechen wir die dunkle Seite der Krise mit innovativem Denken. Es geht auch anders. Innovationen sind wieder gefragt.

Lassen Sie sich inspirieren und holen Sie sich neue Ideen und Kontakte aus der Aprilausgabe des Innovationspirit, dem Journal für Innovation.

Wer nichts erfindet, verschwindet. Kennen Sie Innovationsökonomie. Oder interessieren Sie sich für Diversity Marketing? Ist Ihnen Frowenpauer geläufig? Was können Amerikaner von Energie aus Holz von Österreichern lernen? Strategie zukünftiger Energienutzung. Ein Energie-Autarkie-Coaching-Konzept und zahlreiche Kontakte mit innovativen Unternehmen finden Innovationsinteressierte im Innovationspirit.

Gegen die Krise hilft ein kostenloser Download der April-Ausgabe (4MB)

Innovation lebt nur durch motivierte Mitarbeiter

Christian Busch

Christian Busch

Beitrag von Christian Busch/ Telekom Austria

Durch die intensive Einbeziehung der Mitarbeiter in den Innovationsprozess schafft es die Telekom Austria regelmässig neue  Produkte am Markt erfolgreich zu positionieren.

Viel wurde schon zu Innovation gesagt und geschrieben, doch reden wir alle vom Gleichen? Meinen wir dasselbe?  Innovation, wörtlich „Neuerung“ oder „Erneuerung“ wird von den lateinischen Begriffen novus „neu“ und innovatio „etwas neu Geschaffenes“ abgeleitet. Wir verwenden den Begriff heute hauptsächlich im Sinne von neuen Ideen und Weiterentwicklungen sowie für deren wirtschaftliche Umsetzung.

Unterscheiden wir noch schnell zwischen den Begriffen Invention, „Erfindung“, und Innovation. Inventionen umfassen neue Ideen und Aktivitäten von der konkreten Konzeptentwicklung bis zum Bau der Prototypen. Innovationen ergeben sich dann aus deren Umsetzung und Verwertung.

Wer sind die Treiber?

Unsere Kolleginnen und Kollegen sind die wichtigste Quelle für neue Ideen. Sie bilden ein hohes Potenzial für Verbesserungsvorschläge, da sie das Unternehmen, die Kultur und die Prozesse am besten kennen – und somit auch ihre Schwächen. Durch die Einbeziehung aller MitarbeiterInnen entsteht so ein positiver Beitrag am Unternehmenserfolg, das eigene Arbeitsumfeld wird verbessert, und durch Anerkennung oder auch Incentives steigt die Mitarbeitermotivation.

Unsere Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass wir meist Ideen zur schrittweisen Verbesserung eingereicht haben. Radikale Neuerungen, also Quantensprünge, kommen jedoch meist von außen. Denn externe Personen sind weniger „betriebsblind“ und haben daher ganz unterschiedliche Blickweisen. Außerdem bedient man sich extern eines sehr umfangreichen Kompetenzen-Mix und eines breiten Wissenspools.

Die besten Quellen für Innovationen von extern sind unsere Kunden (wir müssen eigentlich nur genau zuhören und gute Fragen stellen), unsere Lieferanten als Teil der Wertschöpfungskette, Forschungsinstitute, Universitäten, lndustriepartner, Technologieanbieter, Beratungsunternehmen und unser eigenes Netzwerk an Beziehungen.

Wie Was Wann

Die Gestaltung und das Management unternehmensinterner Innovationsprozesse sind heute mehr denn je ein existenzentscheidender Erfolgsfaktor für unser Unternehmen. Im Fokus stehen die Fragen, welche unsere innovativen Ideen wie? mit welchem Aufwand? wann? und möglichst erfolgreich realisiert werden können.

Innovationsprozesse zu gestalten, bedeutet für uns nicht nur auf die Veränderungen am Markt und im Unternehmen zeitgerecht und zielgerichtet zu reagieren, sondern dem Trend einen Schritt voraus zu sein und bei der Gestaltung der Zukunft aktiv mitzuwirken. Die Innovationsfähigkeit des Unternehmens wird letztendlich von der Innovationsbereitschaft und -kompetenz aller Mitarbeiter mitbestimmt und wird immer mehr zur Kernfrage jedes erfolgreichen Unternehmens. In der Praxis sind für uns folgenden Prozesse von entscheidender Bedeutung:

  • die Ideenfindung
  • die Ideenprüfung
  • die Realisierung
  • die Verwertung.

Bei Ideen, die ein hohes Verbesserungspotenzial in sich bergen, bewerten die Experten in der Abteilung die technische und wirtschaftliche Durchführbarkeit. Die verantwortlichen Führungskräfte und Experten entscheiden über die Umsetzung der Idee. Nach der erfolgreichen Implementierung wird die Wirksamkeit der Innovation geprüft, um die tatsächlichen Optimierungen zu analysieren.

Bei außergewöhnlichen Ideen wird danach ein Bonus für die innovativen Mitarbeiter freigegeben. Das wäre der prozesstechnische Aspekt zu Innovation. Doch wie wird bei Mitarbeitern eine innere Haltung zu Innovation inspiriert? Welches kulturelle Umfeld lässt den zündenden Funken überspringen? – Innovation hat nur dort Chancen, wo die Unterschiedlichkeit der Menschen anerkannt und gefördert wird und Raum und Kultur für Selbstkritik vorhanden ist. Damit ist schon sehr viel gewonnen!

Innovation und Kreativität

Innovation ist ein unerlässliches Instrument zur Bewältigung von aktuellen Herausforderungen wie dem Klimawandel, der Gesundheitsfürsorge und der nachhaltigen Entwicklung, heißt es in einer Erklärung der EU-Bildungsminister. Die EU erklärt 2009 zum “Jahr der Innovation und Kreativität”.