Trotz Innovationen: Technologie-Klassiker sind standhaft

Innovation gilt wohl als die wichtigste Qualität am Hightech-Markt, nichtsdestotrotz schaffen es neue, überlegene Produkte oft nur sehr langsam, ihre veralteten Vorgänger zu ersetzen. Für die Anbieter sei es oft durch kleine Anpassungen und Weiterentwicklungen möglich, ihre Technologien am Markt zu halten, obwohl diese nicht mehr auf der Höhe der Zeit seien, so die New York Times. So stellte Sony Mavica-Digitalkamera bereits im Jahr 1981 vor, das Ende der analogen Fotografie schien unmittelbar bevorzustehen. Tatsächlich hielt sich Hersteller Kodachrome noch 28 weitere Jahre am Markt, bis er seine Tore im vergangenen Juni endgültig schließen musste.

Ein weiteres Beispiel ist der E-Book-Markt: Bereits in den frühen 1990er-Jahren wurde die grundlegende Technologie vorgestellt – trotz des Hypes rund um Amazons Kindle machen E-Books bis heute weniger als fünf Prozent des Buch-Markts aus. Es mache für Unternehmen oft Sinn, neben der neuen Technologie auch in die alten Produkte zu investieren. Das Ziel sei, die Klassiker solange wie möglich profitabel zu halten, um in der neuen Technologie konkurrenzfähig zu sein.

Oft sei es auch zielführend, alte und neue Technologie zu verbinden. So hätte sich der herkömmliche Vergaser nur solange am Markt gehalten, weil er mit Technologie der Direkteinspritzer kombiniert wurde. Aktuell müssen sich Hybridfahrzeuge in der Automobilbranche bewähren und gelten als Zukunftshoffnung. Für die Konsumenten sei es einfacher, sich durch solch einen sanften Wechsel an die neue Technologie zu gewöhnen, der Markt habe jedoch seine eigene Geschwindigkeit. Im Fall der Automobilindustrie dürften die Kunden in breiter Masse wohl in ein paar Jahren dazu bereit sein, reine Elektrofahrzeuge zu akzeptieren.

Wenn Wissenschafter staunen

Beim großen europäischen Biochemiekongress der FEBS
(Federation of European Biochemical Societies) Anfang Juli 2009 in
Prag feierten Schülerinnen und Schüler der HLFS Ursprung einen
überraschenden Erfolg. Das molekularbiologische Schulprojekt “Flotte
Bienen – fiese Viren” wurde unter großem Staunen internationaler
Biochemiker im Rahmen einer Studentenkonferenz als bestes
präsentiertes Projekt ausgezeichnet.

Bemerkenswert ist, dass die Schülerarbeiten sich mit den Beiträgen
universitärer Institutionen aus der ganzen Welt zu messen hatten -
und trotzdem prämiert wurde. Bei dem Laborprojekt untersuchten die
Schülerinnen und Schüler von 2008 ein für Bienen tödliches Virus. Die
berüchtigte Varroamilbe bedroht auch die
europäische Imkerei. In den USA gingen letztes Jahr 0,6 Millionen
Bienen-Völker verloren. Mit High-Tech Analysen konnten die
SchülerInnen sicherstellen, dass bei den untersuchten Proben noch
kein gefährlicher Virus nach Österreich gekommen war. Ein Blick in
die Zukunft einer Schule mit der Vision nicht nur Bildungsstätte,
sondern auch Forschungsplatz zu werden. Christina Löcker und Max
Bamberger hatten die Ehre für das Projektteam aus Ursprung den Preis
in Prag entgegen zu nehmen.

Das Projekt wurde von Jugend innovativ, generation innovation,
Bildungsförderungsfonds für Gesundheit und Nachhaltige Entwicklung
und der Österreichische Gesellschaft für Molekulare Biowissenschaften
und Biotechnologie (ÖGMBT) unterstützt

Europäisches Know-How für OÖ

Unternehmen eröffnen sich im Zukunftsmarkt Life Sciences neue Perspektiven und Möglichkeiten. Gekennzeichnet von hoher Innovationskraft, verlangen Anwendungen von Life Sciences wie in den Bereichen der Medizin, Nanotechnologie, Umwelt, Prozesstechnologie, Lebensmittel, Materialien usw. jedoch nach fachspezifischem Know-how auf dem neuesten Stand.

Vorteile für oö. Unternehmen

„Das EU-Programm „Lebenslanges Lernen“ unterstützt hierbei den grenzüberschreitenden Wissenstransfer optimal. Oö. Unternehmen und Institutionen können hochqualifizierte Studierende, Graduierte oder Personen auf dem Arbeitsmarkt für ein Berufspraktikum gewinnen und von deren fach- bzw. länderspezifischem Know-how profitieren“, erklärt Wirtschaftslandesrat Viktor Sigl, der Initiator der Life-Science Initiative OÖ, die Eckpunkte des Programms.

Die zeitliche Begrenzung – ein Praktikum dauert zwischen zwei Wochen und zwölf Monaten – erlaubt es, PraktikantInnen projektbezogen bzw. in Spitzenzeiten flexibel im Unternehmen einzusetzen. Die Möglichkeit, über PraktikantInnen neue Kontakte zu europäischen Unternehmen oder Universitäten zu schließen bzw. bestehende Kontakte zu vertiefen, besteht ebenfalls.

„Als Technologieunternehmen im Zukunftsfeld Life Sciences mit dem Schwerpunkt molekularbiologische Testsysteme für Infektionsdiagnostik sind wir bestrebt, Entwicklungen und Innovationen kontinuierlich voranzutreiben. Durch die Unterstützung von CATT konnten wir eine sehr engagierte Praktikantin aus Spanien unbürokratisch und mit geringem Aufwand für ein Jahr lang im Unternehmen integrieren“, zieht Mag. Florian Winner, Geschäftsführer der Lambda GmbH, ein positives Resümee.

Profitieren auch Sie von PraktikantInnen

Die CATT Innovation Management GmbH sucht – speziell auf das Anforderungsprofil des jeweiligen Unternehmens abgestimmt – geeignete PraktikantInnen, die über das EU-Programm „Lebenslanges Lernen“ gefördert werden. Die Höhe und Art der Bezahlung bleibt grundsätzlich dem Arbeitgeber überlassen. Eine Anstellung ist nach österreichischem Recht beispielsweise in Form eines PraktikantInnenvertrages möglich, wobei aufenthaltsrechtliche Hürden ausgeräumt sind. CATT steht in organisatorischen Belangen, wie der Unterkunftssuche, als Ansprechpartner zur Verfügung.

Für nähere Informationen kontaktieren Sie bitte die MitarbeiterInnen von CATT (Tel.: 0732 / 9015-5420, www.catt.at)

Forschen ist Kunst

Europäische Forschungsnacht am 25. September in den Wiener Rinderhallen – Bilderwettbewerb

Der Bilderwettbewerb zur Europäischen Forschungsnacht
- Forschen ist Kunst, läuft ab sofort bis 31. August. Zu gewinnen
gibt es attraktive Preise in den Kategorien Kinder (Digitalkamera),
Jugendliche (iPod 32GB), Erwachsene (1.000 Euro), Profis (2.500 Euro)
und WissenschaftlerInnen (1.500 Euro).

Wettbewerb – Forschung und Innovation im Alltag

Der Taschenrechner auf dem Schreibtisch hat dem Notebook Platz
gemacht, moderne Impfstoffe machen die Reise an exotische Orte
sicherer. Waschmittel entfernen mit biotechnologisch hergestellten
Enzymen jeden Fleck: Forschung und technische Neuerungen verändern
unseren Alltag im Kleinen wie im Großen.

Welche technischen Errungenschaften erleichtern unser Leben?
Welche Forschungsergebnisse machen sie erst möglich? Was fällt Dir zu
diesem Thema ein?

Die Vienna Biocenter Forschungsnacht sucht die besten Fotos,
Zeichnungen, Malereien und Objekte, wie sich Forschung und Innovation
im Alltag auswirken und wahrgenommen werden.

Teilnahmeberechtigt sind alle interessierten Personen.

Wettbewerb – Forschungsnacht 2010

Die EU sucht das Poster zur Ankündigung der Europäischen
Forschungsnacht 2010. Teilnahmeberechtigt sind alle interessierten
Personen. Die Objekte werden von einer professionellen Jury bewertet.

Einreichungen bis 31. August

Teilnahmebedingungen und genaue Information unter
www.forschenistkunst.at/html_dt/wettbewerb.html
email: wettbewerb@forschenistkunst.at

Europäische Forschungsnacht

Wird seit 2005 durchgeführt um die Bedeutung der Forschung für die
Gesellschaft aufzuzeigen und junge Leute für den Beruf “ForscherIn”
zu interessieren.

Die European Researchers’ Night wird am 25.9.09 in ganz Europa mit
einem Budget von 3 Mio. Euro für etwa 24 Veranstaltungen abgehalten.
dialog<>gentechnik koordiniert den einzigen Beitrag für Österreich -
die Vienna Biocenter Forschungsnacht.

Vienna Biocenter

Der Campus Vienna Biocenter ist mit 1.400 WissenschaflterInnen und
StudentInnen aus über 40 Nationen Österreichs wichtigster
Forschungsstandort im Bereich Life-Sciences.

Universitäre und außeruniversitäre Institute, sowie private
Unternehmen forschen hier auf internationalem Niveau. Schwerpunkte
sind unter anderem die Erforschung von Krebserkrankungen, Stammzellen
und die Entwicklung von Impfstoffen.

dialog<>gentechnik

Der gemeinnützige Verein betreibt seit 10 Jahren
Wissenschaftskommunikation, um ForscherInnen und die Öffentlichkeit
zusammenzubringen, und die kritische Auseinandersetzung mit aktuellen
Themen aus der Molekularbiologie zu fördern. dialog<>gentechnik
(www.dialog-gentechnik.at) betreibt das Vienna Open Lab
(www.viennaopenlab.at), das erste Mitmachlabor Österreichs, und führt
interessante Veranstaltungen und Projekte im Bereich der
Lebenswissenschaften durch.

Renaissance einer “vergessenen” Moral”

Talk Gate, die Diskussionsplattform vom
Tech Gate Vienna setzte am 14.5.2009 ihre Veranstaltungsreihe mit einem hochkarätig
besetzten Podium fort. Das Thema lautete "Innovation als Krisenantwort - braucht es
auch eine neue Moral? . 

   Vor mehr als 100 Gästen diskutierten Dr. Stephan Schulmeister
(WIFO), Univ. Prof. DI Dr. Peter Skalicky (TU Wien), Mag. Andreas
Schieder  (Staatssekretär für Finanzen) und der Philosoph Konrad
Paul Liessmann, der die Moderation übernahm.  "Die Frage nach einer
"neuen" Moral erweist sich bei genauerem Hinsehen dann sehr oft als
Renaissance einer "vergessenen" Moral"  so Liessman. Kontrovers
gestaltete sich die  Diskussion ob es einfach neuer Regeln seitens
der Politik bedarf, die auch von einer moralischen Basis ausgehend,
der Wirtschaft  als Rahmenbedingungen vorgegeben werden. " Das Spiel
an sich zu ändern ist nicht innovativ, die Regeln zu ändern aber sehr
wohl" meinte dazu etwa Skalicky. Das Streben der Gesellschaft nach
immer Mehr wurde als ein Faktor, der zur Krise führte ausgemacht. "Es
sei auch achtzugeben, dass die Wirtschaftskrise nicht eine soziale
Krise nach sich zieht" sagte Schieder. Die technischen Möglichkeiten
seien der sozialen Integration davongelaufen und ein
Vernetzungscharakter, der dies verbindet wäre innovativ. Auch soziale
Innovationen, die auf konkretem problemorientiertem Denken fußen
wären einen Möglichkeit für die Zukunft. Nach 90 Minuten angeregter
Diskussion war man sich einig, dass das Thema noch lange nicht zu
Ende diskutiert sei; im Anschluss  wurde auch die Gelegenheit genutzt
mit den Diskutanten in bilateralen Gesprächen den einen oder anderen
Gedanken  fortzuführen.

   Bereits seit 2003 diskutieren hochrangige und namhafte Vertreter
aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik bei diversen Talk Gate
Veranstaltungen. Im Spannungsfeld modernen Zeitgeistes -
zukunftsorientierter Geisteshaltung und der Tatsache, dass
Technologie und Innovation wesentliche Bestandteile unserer Kultur
sind -  ist es wichtig, kontroverse Themen mit Spezialisten zu
diskutieren, ohne die allgemeinen Probleme, die sich aus der
Veränderung der Welt ergeben, aus den Augen zu verlieren.

High-Tech-Segelboot für internationale Märkte

Der international erfolgreiche Segelsportler Hans Spitzauer (Olympia, WM, Weltcup) und das Wiener Unternehmen Spirit Design / Innovation and Branding stellen einen neu entwickelten Segelbootstypen vor. Das Design entstand mit Hilfe modernster Computer-Technologien, das Boot wird zum Teil aus dem High-Tech-Material Kohlefaser gefertigt. Allroundsegler auf der ganzen Welt sollen mit der Innovation aus Österreich angesprochen werden. Das Projekt wurde durch eine departure-Förderung ermöglicht.

„Wir haben das Segeln nicht neu erfunden – aber wir bereichern es um ein neues Bootskonzept: die perfekte Kombination aus Renn- und Freizeitboot für Binnengewässer“, beschreibt Hans Spitzauer sein neu entwickeltes Bootsmodell Lago26, dessen erster Prototyp dieser Tage fertiggestellt wurde. Spitzauer, einer der erfolgreichsten heimischen Segelsportler, wurde bei dem Projekt von departure, der Agentur der Stadt Wien zur Förderung der Creative Industries, unterstützt. Spirit Design wirkte schon bei der Erstellung des Business Plans und der Fördereinreichung maßgeblich mit.

Das Design der Lago26 bricht mit der traditionellen Formgebung, die man bisher bei Segelbooten dieser Größe kannte. „Wir haben eine eine eigenständige, futuristische Gestaltung entworfen, die Funktion und Ästhetik verbindet,“ sagt Daniel Huber, Managing Partner Product bei Spirit Design. Dabei kam wieder die ausdrucksstarke Formensprache des Wiener Designunternehmens zum Einsatz. Man kennt sie auch von Projekten wie dem Rosenbauer Panther, dem Wiener City Airport Train oder dem ÖBB railjet. Die Lago26 kommuniziert Schnelligkeit und Dynamik ebenso wie Freizeittauglichkeit und Komfort: dieser Effekt entsteht durch die Kombination aus schnittiger Form und dem Obermaterial Teakholz.

International renommierte Partner

Als Partner für das Projekt konnte Hans Spitzauer aufgrund seiner ausgezeichneten Kontakte in der internationalen Seglerszene hervorragende Unternehmen gewinnen: Das technische Rumpfdesign stammt von der bekannten deutschen Bootsdesignerin Juliane Hempel. Für die technische Beratung standen die Hamburger Ship Consultants Zucker & Partner zur Verfügung. Als Hersteller fungiert die weltweit anerkannte Yachtwerft TSMM Composite Works in Antalya.

Das Kohlefaser-Rigg des Bootes stammt von Maltese SpA aus Neapel, wo beispielsweise auch der Mast der südafrikanischen America’s Cup Yacht Shosholoza gebaut wurde. Als Lieferant für das Segelmaterial konnte das führende Unternehmen North Sails One Design gewonnen werden, die Beschläge stammen vom US-Hersteller Harken, und das Tauwerk kommt von FSE Robline.

Hoher Anteil an Kohlefaser

„Mit diesem Prototypen sind wir unserem Ziel entscheidend näher gekommen: Erstmals ein ebenso freizeit- wie renntaugliches Boot mit hohem Kohlefaseranteil zu bauen, das annähernd in der Preisklasse eines traditionellen Glasfaserbootes liegt“, beschreibt Hans Spitzauer den ehrgeizigen Anspruch an die Segeleigenschaften und das Preis-Leistungs-Verhältnis bei seinem Projekt. „Damit realisieren wir ein für den Bootsbau richtungsweisendes Konzept.“ Der Hintergrund: Kohlefaser ist sehr viel stabiler und leichter – aber auch teurer – als Glasfaser. Bei der Lago26 wird das High-Tech-Material exakt an den entscheidenden Stellen eingesetzt, um seine einmaligen Eigenschaften optimal zu nutzen. So wird die größtmögliche Wirkung durch die Kohlefaser erzielt, ohne damit die Kosten übermäßig zu belasten.

Die Lago26 zeichnet sich durch hervorragende Segeleigenschaften aus: Einfaches Handling und Komfort wurden in bisher ungekannter Weise mit Schnelligkeit und Regattatauglichkeit verbunden. Bereits Ende Juli 2009 wird ein zweiter, serienreifer Prototyp in Österreich zum Probesegeln zur Verfügung stehen. Interessenten dafür sind eingeladen, sich über das Kontaktformular auf der Website www.championships.at anzumelden. Die durch die Tests gesammelten Meinungen und Feedbacks werden dann in die Fertigung des Serienmodelles einfließen.

Im September 2009 wird die Lago26 auf der Interboot in Friedrichshafen am Bodensee der Öffentlichkeit vorgestellt, ab Jänner 2010 soll die Serienproduktion starten.

Weitere Infos und technische Daten: www.championships.at

Nicht nur in Deutschland: Die Krise bedroht Innovationen im Mittelstand

mittelstand in der krise

mittelstand in der krise

Die Konjunkturkrise könnte einer Studie des deutschen KFW Institus zufolge die Innovationstätigkeit von Mittelständlern schwächen und damit die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Wirtschaft schwächen

Finanzierungsschwierigkeiten seien mit Abstand das häufigste Hindernis, weshalb kleine und mittlere Firmen geplante Produkt- oder Prozessneuerungen nicht umsetzen könnten, teilte die staatliche KfW-Bankengruppe am Mittwoch mit. “Es droht die Gefahr einer Abwärtsspirale aus schlechter Geschäftslage, mangelnder Finanzierung und unterlassener Innovation”, sagte KfW-Chefvolkswirt Norbert Irsch.

Der Zugang zu Finanzierungen hänge stark mit der wirtschaftlichen Situation eines Unternehmens zusammen: Kleine und mittlere Unternehmen mit eher schlecht laufenden Geschäften hätten doppelt so häufig Probleme, ihre Innovationen zu finanzieren als andere Firmen. Gerade in der Krise sei es aber wichtig, auf die Entwicklung von Innovationen zu setzen, betonte Irsch. Denn vor allem Unternehmen mit neuen Produkten und hoher Wettbewerbsfähigkeit würden vom Anziehen der Konjunktur profitieren.

Laut KfW-Analyse sehen sich fast drei Viertel der Mittelständler in ihrer Innovationstätigkeit behindert. Rund 62 Prozent begründen dies mit Finanzierungsschwierigkeiten, 47 Prozent mit bürokratische Hemmnissen und 31 Prozent mit dem Mangel an Fachkräften.

Finanzierungsprobleme hätten besonders Firmen, die für den Strukturwandel und damit die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Wirtschaft am wichtigsten seien: mittelständische Unternehmen mit hohen Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen. “Ebenso ist die Finanzierung von Marktneuheiten problematischer als die von Produkt- oder Prozessimitationen.” Generell gelte: Je kleiner und je jünger der Mittelständler, umso größer seien die Probleme, Innovationen aus Eigen- oder Fremdkapital zu stemmen.

Auch große Industriefirmen klagen nach einer Umfrage des Münchner Ifo-Instituts über eine restriktive Kreditvergabe. Die deutschen Banken verschärften die Bedingungen für Darlehen zum Jahresanfang in allen Geschäftsbereichen, wie aus einer Umfrage der deutschen Bundesbank hervorgeht. Auch für das laufende zweite Quartal gehen die Institute davon aus, dass sie ihre Kredite an Firmen und Privatkunden restriktiver vergeben.

Innovation als Patentrezept gegen die Krise

DI Dr. Gerlind 'Weber“Die Menschheit steht vor großen wirtschaftlichen, demografischen und umweltpolitischen Herausforderungen. Um diese zu meistern, sind wir auf profunde Innovationen angewiesen.” Mit diesen Worten leitete Universitätsprofessorin Gerlind Weber, Enkelin des österreichischen Erfinders Viktor Kaplan, die Prämierung von neun Persönlichkeiten mit der Kaplan-Medaille durch den Österreichischen Innovatoren-, Patentinhaber- und Erfinderverband in Wien ein. OPEV-Präsident Helmut Jörg lobte den Innovationsstandort Österreich, verwies in seiner Eröffnungsrede allerdings auch auf das große Entwicklungspotenzial. Bayern weise mit nur doppelt so vielen Einwohnern etwa vier Mal so viele Patentanmeldungen auf wie Österreich.

“Diese Auszeichnung ist eine schöne Bestätigung unserer Entwicklungs- und Forschungsarbeit seit über 60 Jahren”, erklärte AKG-Geschäftsführer Stefan Gubi, der die Medaille im Namen seines Unternehmens entgegennahm. “Die wirtschaftliche Gesamtsituation ist derzeit sicherlich schwierig. Gleichzeitig bin ich überzeugt davon, dass gerade die Unternehmen, die jetzt auf Innovation und Entwicklung setzen, letztlich gestärkt aus der Krise hervorgehen werden”, erklärt Gubi. Dem AKG-Chef zufolge wird das global tätige Unternehmen seine Ausgaben für Forschung und Entwicklung 2009 nicht zurückschrauben und die rund 40 Mitarbeiter in diesem Bereich am Entwicklungsstandort in Österreich behalten. Teile der Produktion wird das Unternehmen hingegen noch stärker als bisher nach China und Asien auslagern.

Sichtlich gerührt von der höchsten österreichischen Auszeichnung für Erfinder zeigte sich auch Preisträger Julius Thurnher, der die Kaplan-Medaille für seine Erfindung des selbstreinigenden Fenstersystems iku windows entgegennahm. Der Weg zur Innovation müsse nicht unbedingt kompliziert sein. Vielmehr habe er sich bei seiner Idee gedacht, wie man technisch gesehen mit wenig Aufwand den größtmöglichen Erfolg erzielen könne, so Thurnher. Was einst aus der simplen Überlegung geboren wurde, wie man lästiges Fensterputzen im Eigenheim umgehen könnte, kommt nun weltweit bei Glasfassaden riesiger Wolkenkratzer von Kuwait bis Taipeh und Wien zum Einsatz. Die patentierte Technik basiert auf einer in die Fassade integrierten Wischeranlage, die mittels automatischer Wasserzufuhr und überdimensioniertem Fensterabzieher die Reinigung von Glasflächen auf Knopfdruck erlaubt.

Zu den weiteren Preisträgern der Kaplan-Medaille, die in unregelmäßigen Abständen im Zeitraum mehrerer Jahre vergeben wird, zählten unter anderen auch Gerhard Wimbauer von Engel Austria sowie Robert Kanduth, CEO des Solar-Kollektorenherstellers GREENoneTEC. Die Direktorin des Technischen Museums Wien, Gabriele Zuna-Kratky, wurde als Innovatorin im Zuge ihrer Leitungsfunktion des Museums und als Unterstützerin des OPEV ausgezeichnet.