Was ist Innovation?

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Beitrag von: Dr. Thomas Reischauer

 

Innovation ist in aller Munde. Was tatsächlich dahinter steckt ist aber oft unklar und führt zu unterschiedlichen Auffassungen. Eine kleine Anregung zum Nachdenken:  

Jedes Unternehmen wird nur so lange am Markt bestehen, als es für eine bestimmte Zielgruppe eine bestimmte Leistung in einer bestimmten Zeit nachhaltig besser erbringt als die Konkurrenz.

Die Ausgangsbasis für ein zukunftsorientiertes Unternehmen lautet somit: 
Erneuerung, Veränderung und Weiterentwicklung sind essenziell für den langfristigen Erfolg eines Unternehmens.  Ohne innovative Ideen – die zu neuen Produkten, Dienstleistungen, Prozessen und Organisationsstrukturen im Unternehmen führen – tritt Stillstand ein. Der Kunde bleibt auf der Strecke und wird rasch von neuen, kreativeren und innovativeren Mitbewerbern auf deren Seite gezogen. Kundenverlust führt zu Rückgang und Stagnation. Das bedeutet sinkende Umsätze und weniger Gewinne. Ohne Gewinn verschwindet das Unternehmen vom Markt.

Peter Drucker, der kürzlich verstorbene Guru der Innovations- und Managementberatung hat es einmal ganz einfach bezeichnet: Ein Unternehmen hat nur zwei Funktionen: Marketing und Innovation.

Welche Arten der Innovation gibt es?

Innovation ist mehr als nur Technik, Technologie oder neue Produkte. Innovation reicht von Produkten, Prozessen und Dienstleistungen hin zu organisatorischer und sozialer Innovation.

Bei der Produktinnovation handelt es sich um ein vermarktungsfähiges Produkt und Angebot, welches am jeweils definierten Markt absolut und relativ neu ist.  Das bedeutet, dass es aus der Sicht des Kunden eine kundenwertige Neuheit ist und aus der Sicht des Unternehmens eine Neuheit mit Markterfolg darstellt. Innovationen die keine Probleme von Kunden lösen sind am Markt unbrauchbar. Typische Produktinnovationen sind die CD oder für die Dampfmaschine.

Die Prozess- oder Verfahrensinnovation ist eine neue Methode zur Erstellung eines marktfähigen Angebots. Der Prozess selbst  ist dabei nicht marktfähig, sehr wohl aber das am Ende des Prozesses entstehende Produkt. Die Innovation betrifft somit die Erstellung des Produktes und der Dienstleistung. Bei optimierten Prozessen kann es zu enormen Vorteilen gegenüber den Mitbewerbern kommen. Das LD-Verfahren der Voest bei der Stahlerzeugung war beispielsweise ein Verfahren, das den Prozess der Stahlerzeugung optimiert, die Qualität verbessert und die Kosten dieses Prozesses radikal reduziert hat.

Bei der organisatorischen oder Managementinnovation geht es um die Rahmenbedingungen im Unternehmen, die zu verändern sind, unter anderem wie eine Organisation strukturiert und gemanagt wird. Beispiel: ein Unternehmen wird nicht hierarchisch strukturiert, sondern in kleinen Projektgruppen netzwerkartig aufgebaut. In Produktionsbetrieben gibt und gab es solche Strukturen beispielsweise in flexiblen, selbstverantwortlichen Fertigungsteams (gerade in der Automobilindustrie).

Unter Dienstleistungsinnovation versteht man das Angebot neuer Dienstleistungen. Dieses ist vergleichbar mit der Produktinnovation. Bei den neuen Dienstleistungen kann es sich um verschiedene Dienstleistungspakete handeln, die aus der Sicht des Kunden individuell zusammenstellbar sind und somit ein neues Produkt ergeben. Beispiel Tourismussektor: die Hotellerie setzte in den vergangenen Jahren verstärkt auf ergänzende Dienstleistungs-Angebote, wie Events, Erlebnisse, Abenteuer und Wellness. Heute sind diese oft schon zum Standard geworden.

Welche Wege zur Innovation gibt es?

Der Weg zur Innovation kann unterschiedlich sein. So beschreibt das inkrementelle Vorgehensmodell einen Prozess der kontinuierlichen Verbesserung, welcher häufig in kleinen oder sogar kleinsten Schritten innerbetrieblich vollzogen wird. Am Ende steht die Innovation, die ohne Widerstände umgesetzt bzw. eingeführt wurde. Die Bandbreite geht da bis zu radikalen Modellen. Bei letzteren verabschiedet man sich definitiv, sofort und stichtagsbezogen vom „Alten“. Das Neue, die Innovation tritt an seine Stelle.

Letzten Endes ist Innovation nicht nur etwas für technikorientierte Betriebe, sondern für Unternehmen, die sich weiterentwickeln und wachsen wollen und somit längerfristig erfolgreich sein möchten. Somit ist Innovation für jeden Unternehmer – das tagtägliche und ständige Sich-Auseinandersetzen mit den Wünschen und Bedürfnissen der gegenwärtigen und zukünftigen Kunden – die Erfolgsregel Nummer 1.

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