Innovation als Patentrezept gegen die Krise

DI Dr. Gerlind 'Weber“Die Menschheit steht vor großen wirtschaftlichen, demografischen und umweltpolitischen Herausforderungen. Um diese zu meistern, sind wir auf profunde Innovationen angewiesen.” Mit diesen Worten leitete Universitätsprofessorin Gerlind Weber, Enkelin des österreichischen Erfinders Viktor Kaplan, die Prämierung von neun Persönlichkeiten mit der Kaplan-Medaille durch den Österreichischen Innovatoren-, Patentinhaber- und Erfinderverband in Wien ein. OPEV-Präsident Helmut Jörg lobte den Innovationsstandort Österreich, verwies in seiner Eröffnungsrede allerdings auch auf das große Entwicklungspotenzial. Bayern weise mit nur doppelt so vielen Einwohnern etwa vier Mal so viele Patentanmeldungen auf wie Österreich.

“Diese Auszeichnung ist eine schöne Bestätigung unserer Entwicklungs- und Forschungsarbeit seit über 60 Jahren”, erklärte AKG-Geschäftsführer Stefan Gubi, der die Medaille im Namen seines Unternehmens entgegennahm. “Die wirtschaftliche Gesamtsituation ist derzeit sicherlich schwierig. Gleichzeitig bin ich überzeugt davon, dass gerade die Unternehmen, die jetzt auf Innovation und Entwicklung setzen, letztlich gestärkt aus der Krise hervorgehen werden”, erklärt Gubi. Dem AKG-Chef zufolge wird das global tätige Unternehmen seine Ausgaben für Forschung und Entwicklung 2009 nicht zurückschrauben und die rund 40 Mitarbeiter in diesem Bereich am Entwicklungsstandort in Österreich behalten. Teile der Produktion wird das Unternehmen hingegen noch stärker als bisher nach China und Asien auslagern.

Sichtlich gerührt von der höchsten österreichischen Auszeichnung für Erfinder zeigte sich auch Preisträger Julius Thurnher, der die Kaplan-Medaille für seine Erfindung des selbstreinigenden Fenstersystems iku windows entgegennahm. Der Weg zur Innovation müsse nicht unbedingt kompliziert sein. Vielmehr habe er sich bei seiner Idee gedacht, wie man technisch gesehen mit wenig Aufwand den größtmöglichen Erfolg erzielen könne, so Thurnher. Was einst aus der simplen Überlegung geboren wurde, wie man lästiges Fensterputzen im Eigenheim umgehen könnte, kommt nun weltweit bei Glasfassaden riesiger Wolkenkratzer von Kuwait bis Taipeh und Wien zum Einsatz. Die patentierte Technik basiert auf einer in die Fassade integrierten Wischeranlage, die mittels automatischer Wasserzufuhr und überdimensioniertem Fensterabzieher die Reinigung von Glasflächen auf Knopfdruck erlaubt.

Zu den weiteren Preisträgern der Kaplan-Medaille, die in unregelmäßigen Abständen im Zeitraum mehrerer Jahre vergeben wird, zählten unter anderen auch Gerhard Wimbauer von Engel Austria sowie Robert Kanduth, CEO des Solar-Kollektorenherstellers GREENoneTEC. Die Direktorin des Technischen Museums Wien, Gabriele Zuna-Kratky, wurde als Innovatorin im Zuge ihrer Leitungsfunktion des Museums und als Unterstützerin des OPEV ausgezeichnet.

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