Innovationsprozesse in kleinen und mittleren Unternehmen

Kurt Gaubinger

Beitrag von: Prof. (FH) Dr. Kurt Gaubinger, FH OÖ, Studiengang für Innovations- und Produktmanagement


Innovationen besitzen für die nachhaltige Erfolgs- und Existenzsicherung von Unternehmen erheblichen Stellenwert. Gerade kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) stehen dabei im Ruf, ein hohes Innovationspotenzial aufzuweisen. Um diese Potenziale ausschöpfen zu können, muss die Effektivität und Effizienz der Innovationsaktivitäten in KMU optimiert werden. Zur Ableitung von gezielten Handlungsempfehlungen muss auf die besonderen Gegebenheiten von KMU Rücksicht genommen werden. Trotz der unbestrittenen Bedeutung von KMU für die Innovationskraft von Österreich, wurde bisher selten untersucht, wie sich Innovationsmanagement in kleinen und mittleren Unternehmen vollzieht. Das Ziel der vorliegenden Studie ist daher eine Analyse der Innovationsprozesse in KMU, welche die Grundlage für die Ableitung gezielter Handlungsoptionen bilden kann.

Forschungsdesign
Das empirische Feld der Untersuchung umfasst aufgrund ihrer wirtschaftlichen Bedeutung für die oberösterreichische Wirtschaft Unternehmen der Anlagen- und Maschinenbaubranche. Hierzu wurde unter den Partnerunternehmen des Mechatronik-Clusters Oberösterreich vom FH OÖ Studiengang für Innovations- und Produktmanagement eine standardisierte Onlinebefragung durchgeführt. Entsprechend der oben angeführten Zielsetzung wurden die Aktivitäten und eingesetzten Methoden während des Innovationsprozesses sowie die am Innovationsprozess beteiligten Abteilungen bzw. Personen ermittelt. Um KMU-spezifische Aussagen treffen zu können, wurden in das Sample auch Großunternehmen miteinbezogen. Um einen ganzheitlichen Überblick über die innovationsspezifischen Aktivitäten und eingesetzten Methoden zu erhalten orientiert sich der erste Teil des Befragungsdesigns am „NPD Process Benchmarking Framework“ von Kahn, Barczak und Moss, welches in sechs Erfolgsdimensionen des Neuproduktmanagements strukturiert ist. Jede Dimension wird dabei anhand von jeweils vier Ausführungslevels charakterisiert, welche den Entwicklungsstand des Innovationsmanagements in den Unternehmen widerspiegeln und aufgrund dessen eine Klassifizierung der Innovationsaktivitäten eines Unternehmens erfolgen kann. Level 1 entspricht dabei einer mangelhaften bzw. rudimentären Innovationstätigkeit und Level 4 kennzeichnet Unternehmen mit besten Durchführungspraktiken im Innovationsmanagement.

Ergebnisse
Der Status des Innovationsmanagement ist zusammenfassend dargestellt in Abb. 1:

Entwicklungsstand des Innovationsmanagements

Abb.1:Entwicklungsstand des Innovationsmanagements

So gaben über 40 Prozent der befragten KMU an, dass sie keine bzw. nur vage formulierte F&E-Ziele definieren. Nur etwa ein Viertel der Unternehmen passen ihre F&E-Ziele laufend an Veränderungen des Markts an. Ähnlich verteilt lagen auch die Antworten bezüglich der Budgetplanung im B&E-Bereich. So startet knapp die Hälfte der KMU ein Entwicklungsprojekt nur dann, wenn finanzielle Mittel verfügbar sind bzw. leitet sich deren F&E-Budget von übergeordneten aggregierten Werten, wie beispielsweise dem Umsatz ab. Bei fast einem Drittel der Unternehmen werden die Produktideen großteils von Mitarbeitern der F&E-Abteilung generiert, wohingegen nur vier Prozent aufgrund von Mitbewerbsanalysen zu Produktideen gelangen. Bei weiteren 50 Prozent der KMU resultieren Produktideen aufgrund von Kundenanfragen und weitere 18 Prozent der KMU generieren Produktideen proaktiv durch systematische Kundenbefra-gungen. Die Kundenorientierung der KMU spiegelt sich ebenso bei der Einbindung der Kunden in den Produktentwicklungsprozess wieder. Über 90 Prozent der KMU binden ihre Kunden im Rahmen von Konzept- und Produkttests oder bereits bei der Ideenbewertung ein. Vergleicht man die Analyseergebnisse differenziert nach der Unternehmensgröße erkennt man vor allem bei Fragen hinsichtlich der systematischen Durchführung von Entwicklungsprojekten klare Unterschiede in der Durchführungspraxis. Nur 16 Prozent der KMU haben einen klar strukturieren Entwicklungsprozess im Unternehmen implementiert wo nach den einzelnen Prozessabschnitten auch klare „Go/No-Go-Kriterien“ im Rahmen von systematischen Bewertungsverfahren zum Einsatz kommen. Die Dokumentation erfolgt bei einem Großteil der Unternehmen einzelfallspezifisch und ist in weiterer Folge meist nur für Führungskräfte einsehbar. In rund der Hälfte der befragten KMU arbeiten bei Entwicklungsprojekten Mitarbeiter in interdisziplinären Teams zusammen, wobei bei nur knapp 20 Prozent der Unternehmen eine projektübergreifende Koordination erfolgt. 

InnovationsBLOG

In der Unternehmenskommunikation insgesamt hat ein deutlich sichtbarer Wandel eingesetzt. Alles wird transparenter. Konsumenten und Nutzer können heute durch das Internet unmittelbarer reagieren. Unternehmensstrategien werden heute viel schneller hinterfragt als gestern. Erfolg oder Niederlage stellt sich in kürzerer Zeit ein als früher. Wir vom InnovationSpirit passen unsere Strategie dieser Entwicklung an. Wir entwickeln unsere Website zu einer Innovations-Blog Seite und bieten profilierten Autoren der Industrie, der Forschung und Entwicklung, der Wissenschaft und der Förderstellen eine Plattform Ihre Meinung, Vorstellungen und Erlebnisse rund um das Thema Innovation zu verbreiten und zu diskutieren. Autoren sind die Aushängeschilder ihrer Organisation. Alles was sie zu sagen haben dient der Information der Öffentlichkeit, wie Kunden, Lieferanten, Mitarbeiter, Bewerber, Interessenten am Unternehmen oder deren Produkten. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihre Meinung zu Innovation und Strategie kundtun können bzw. wie Sie Autor/in werden (PDF, 6 kb).

Franz Filzmoser/ Innovation Network Austria

Innovationskraft: Österreich holt auf

Österreich hat im weltweiten Vergleich der Innovationsleistung aufgeholt und liegt nunmehr in der EU auf Platz sechs. Das geht aus dem „Innovationsanzeiger 2008“ der EU-Kommission hervor. Im EU-Vergleich befand sich Österreich ein Jahr zuvor noch auf Platz acht. Spitzenreiter im globalen Vergleich ist die Schweiz. Mehr dazu erfahren Sie in unserer aktuellen Ausgabe des InnovationSpirit. Informationen zum Abo können Sie gerne unter office1@inna.at anfordern.

Innovation lebt nur durch motivierte Mitarbeiter

Christian Busch

Christian Busch

Beitrag von Christian Busch/ Telekom Austria

Durch die intensive Einbeziehung der Mitarbeiter in den Innovationsprozess schafft es die Telekom Austria regelmässig neue  Produkte am Markt erfolgreich zu positionieren.

Viel wurde schon zu Innovation gesagt und geschrieben, doch reden wir alle vom Gleichen? Meinen wir dasselbe?  Innovation, wörtlich „Neuerung“ oder „Erneuerung“ wird von den lateinischen Begriffen novus „neu“ und innovatio „etwas neu Geschaffenes“ abgeleitet. Wir verwenden den Begriff heute hauptsächlich im Sinne von neuen Ideen und Weiterentwicklungen sowie für deren wirtschaftliche Umsetzung.

Unterscheiden wir noch schnell zwischen den Begriffen Invention, „Erfindung“, und Innovation. Inventionen umfassen neue Ideen und Aktivitäten von der konkreten Konzeptentwicklung bis zum Bau der Prototypen. Innovationen ergeben sich dann aus deren Umsetzung und Verwertung.

Wer sind die Treiber?

Unsere Kolleginnen und Kollegen sind die wichtigste Quelle für neue Ideen. Sie bilden ein hohes Potenzial für Verbesserungsvorschläge, da sie das Unternehmen, die Kultur und die Prozesse am besten kennen – und somit auch ihre Schwächen. Durch die Einbeziehung aller MitarbeiterInnen entsteht so ein positiver Beitrag am Unternehmenserfolg, das eigene Arbeitsumfeld wird verbessert, und durch Anerkennung oder auch Incentives steigt die Mitarbeitermotivation.

Unsere Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass wir meist Ideen zur schrittweisen Verbesserung eingereicht haben. Radikale Neuerungen, also Quantensprünge, kommen jedoch meist von außen. Denn externe Personen sind weniger „betriebsblind“ und haben daher ganz unterschiedliche Blickweisen. Außerdem bedient man sich extern eines sehr umfangreichen Kompetenzen-Mix und eines breiten Wissenspools.

Die besten Quellen für Innovationen von extern sind unsere Kunden (wir müssen eigentlich nur genau zuhören und gute Fragen stellen), unsere Lieferanten als Teil der Wertschöpfungskette, Forschungsinstitute, Universitäten, lndustriepartner, Technologieanbieter, Beratungsunternehmen und unser eigenes Netzwerk an Beziehungen.

Wie Was Wann

Die Gestaltung und das Management unternehmensinterner Innovationsprozesse sind heute mehr denn je ein existenzentscheidender Erfolgsfaktor für unser Unternehmen. Im Fokus stehen die Fragen, welche unsere innovativen Ideen wie? mit welchem Aufwand? wann? und möglichst erfolgreich realisiert werden können.

Innovationsprozesse zu gestalten, bedeutet für uns nicht nur auf die Veränderungen am Markt und im Unternehmen zeitgerecht und zielgerichtet zu reagieren, sondern dem Trend einen Schritt voraus zu sein und bei der Gestaltung der Zukunft aktiv mitzuwirken. Die Innovationsfähigkeit des Unternehmens wird letztendlich von der Innovationsbereitschaft und -kompetenz aller Mitarbeiter mitbestimmt und wird immer mehr zur Kernfrage jedes erfolgreichen Unternehmens. In der Praxis sind für uns folgenden Prozesse von entscheidender Bedeutung:

  • die Ideenfindung
  • die Ideenprüfung
  • die Realisierung
  • die Verwertung.

Bei Ideen, die ein hohes Verbesserungspotenzial in sich bergen, bewerten die Experten in der Abteilung die technische und wirtschaftliche Durchführbarkeit. Die verantwortlichen Führungskräfte und Experten entscheiden über die Umsetzung der Idee. Nach der erfolgreichen Implementierung wird die Wirksamkeit der Innovation geprüft, um die tatsächlichen Optimierungen zu analysieren.

Bei außergewöhnlichen Ideen wird danach ein Bonus für die innovativen Mitarbeiter freigegeben. Das wäre der prozesstechnische Aspekt zu Innovation. Doch wie wird bei Mitarbeitern eine innere Haltung zu Innovation inspiriert? Welches kulturelle Umfeld lässt den zündenden Funken überspringen? – Innovation hat nur dort Chancen, wo die Unterschiedlichkeit der Menschen anerkannt und gefördert wird und Raum und Kultur für Selbstkritik vorhanden ist. Damit ist schon sehr viel gewonnen!

Innovationen in Marketing und Werbung

ff am Jungfrauensteig

Innovationen in Marketing und Werbung vollziehen sich oft im Hintergrund. Mit der Akzeptanz des Internets hat sich die Werbung in den letzten Jahren in rasender Geschwindigkeit in Richtung Internet bewegt. Davon betroffen ist aber nicht nur die Konsumgüterindustrie, sondern vor allem die Investitionsgüter- und Dienstleistungsindustrie.
In der Unternehmenskommunikation insgesamt hat ein deutlich sichtbarer Wandel eingesetzt. Alles wird transparenter, Konsumenten und Nutzer können heute durch das Internet unmittelbarer reagieren. Unternehmensstrategien werden heute viel schneller hinterfragt als gestern. Erfolg oder Niederlage stellt sich in kürzerer Zeit ein als früher.

Wir vom InnovationSpirit passen unsere Strategie dieser Entwicklung an. Unsere Website hat den Winterpelz abgelegt und ist zu einer Innovations-Blog Seite geworden. Wir  bieten ausgewählten Autoren aus der Industrie, als auch der Forschung und Entwicklung eine Plattform Ihre Meinungen, Vorstellungen und Erlebnisse rund um das Thema Innovation zu verbreiten und zu diskutieren. Wir laden Sie ein Autor zu werden. Wenn Sie was zu sagen haben, senden Sie uns einfach ein email. Als Autor des innovationspirit.at-Blog haben Sie die Möglichkeit Ihre Gedanken rund um das Thema Innovation & Strategie zu veröffentlichen und in Kontakt mit anderen zu treten.

Registrierte Autoren sind die Aushängeschilder ihrer Organisation. Alles was sie zu sagen haben dient der Information der Öffentlichkeit, wie Kunden, Lieferanten, Mitarbeiter, Bewerber, Interessenten am Unternehmen oder deren Produkten. Schreiben Sie mir, wenn Sie was zu sagen haben. office(at)innovationspirit.at

Franz Filzmoser/ InnovationSpirit